Cannabis ist ein Starkzehrer. Die Pflanze legt in wenigen Monaten enorm an Masse zu und braucht dafür in jeder Phase andere Nährstoffe. Wer nach Gefühl düngt, produziert entweder verbrannte Blattspitzen oder blasse, kümmernde Pflanzen. Ein klares Schema nimmt das Rätselraten heraus und richtet die Nährstoffe nach dem aus, was die Pflanze gerade tut: wachsen oder blühen.
Die drei Zahlen auf jedem Dünger, das NPK-Verhältnis, stehen für Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). In der Wachstumsphase zieht die Pflanze vor allem Stickstoff für Blätter und Triebe. In der Blüte verschiebt sich der Bedarf Richtung Phosphor und Kalium für Knospen und Harz. Wer diesen Rhythmus kennt, düngt nicht mehr blind.
Auf einen Blick
- Keimung: die ersten 2 bis 3 Wochen nicht düngen, eine vorgedüngte Anzuchterde liefert genug.
- Wachstum: Stickstoff-betont düngen, mit halber Dosis starten und langsam steigern.
- Blüte: Stickstoff zurückfahren, Phosphor und Kalium werden wichtiger.
- pH-Wert: in Erde 6,0 bis 6,5 halten, sonst nützt der beste Dünger nichts.
- Vor der Ernte: die letzten 1 bis 2 Wochen nur mit klarem Wasser spülen.
Was Cannabis in jeder Phase braucht
Der Nährstoffbedarf ändert sich mit dem Lichtzyklus. Ein guter Start beginnt schon beim Substrat: Eine hochwertige Anzuchterde wie die Premium Canna Erde 4-Komponenten ist auf den optimalen pH-Wert eingestellt und trägt die Sämlinge durch die ersten Wochen, bevor überhaupt zugedüngt wird. Worauf es beim Substrat wirklich ankommt, liest du im Guide zur richtigen Cannabis-Erde.
Vegetative Phase
Sobald das dritte oder vierte Blattpaar steht, beginnt der Hunger. Jetzt zählt Stickstoff. Er treibt Blätter, Stängel und die grüne Masse, auf der später die Blüten sitzen. Ein ausgewogener NPK-Dünger deckt den Grundbedarf, du dosierst ihn in dieser Phase eher an der oberen Grenze. Kelp und Eisen im Dünger unterstützen zusätzlich das kräftige Grün.
Blütephase
Mit der Umstellung auf 12 Stunden Licht kippt der Bedarf. Zu viel Stickstoff in der Blüte kostet Aroma und lässt die Knospen luftig bleiben. Jetzt fährst du den Stickstoff-Anteil zurück und legst den Fokus auf Phosphor und Kalium. Beim Düngen bedeutet das: seltener, kontrollierter und den grünen Wuchsdünger deutlich sparsamer einsetzen.
Das Düngeschema Woche für Woche
Die folgenden Werte sind ein Richtwert für den Anbau in Erde mit einem flüssigen NPK-Konzentrat. Die genaue Dosierung hängt von Sorte, Topfgröße und Substrat ab, taste dich immer von unten heran. Weniger ist bei Cannabis fast immer sicherer als mehr.
| Phase | Zeitraum | Fokus | Dosis & Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Keimling | Woche 1 bis 2 bis 3 | keiner | nicht düngen, nur Anzuchterde |
| Frühes Wachstum | ab Woche 3 | Stickstoff | halbe Dosis, etwa alle 2 Wochen |
| Volles Wachstum | bis zur Umstellung | Stickstoff | volle Dosis, alle 1 bis 2 Wochen |
| Frühe Blüte | Woche 1 bis 3 der Blüte | Übergang | Dosis reduzieren, N zurückfahren |
| Vollblüte | bis kurz vor Ernte | Phosphor, Kalium | sparsam, Pflanze beobachten |
| Spülen | letzte 1 bis 2 Wochen | keiner | nur klares Wasser |
Als Basisdünger durch Wachstum und frühe Blüte eignet sich unser NPK 10-10-10 Konzentrat. Das ausgewogene Verhältnis mit Kelp und Eisenchelat deckt den Grundbedarf zuverlässig ab, ein Liter Konzentrat ergibt rund 250 Liter Gießwasser.
Bio oder mineralisch: welcher Dünger?
Mineralische Flüssigdünger wirken schnell und lassen sich präzise dosieren, du siehst innerhalb weniger Tage eine Reaktion. Der Preis dafür ist wenig Puffer: Überdüngen geht fix. Organische Dünger arbeiten über das Bodenleben, wirken langsamer und verzeihen mehr, brauchen aber ein aktives Substrat.
Für die meisten Indoor-Grower ist ein flüssiges NPK-Konzentrat auf ausgewogener Basis der praktischste Weg, weil es sich sauber ins Gießwasser einrühren und über die Phasen anpassen lässt. Entscheidend ist nicht das Etikett Bio oder mineralisch, sondern dass du regelmäßig, kontrolliert und beim richtigen pH-Wert düngst.
Schritt für Schritt: richtig düngen
- Gießwasser bereitstellen und den pH-Wert prüfen, in Erde auf 6,0 bis 6,5 einstellen.
- Konzentrat abmessen und gut einrühren, in der ersten Düngung nur die halbe Dosis geben.
- Die Pflanze mit der Düngerlösung gießen, bis leicht Wasser unten austritt, so werden Salze nicht angesammelt.
- Reaktion beobachten: dunkelgrüne, klauenartig gebogene Blattspitzen sind ein Zeichen für zu viel Stickstoff.
- Dosis erst steigern, wenn die Pflanze gut mitzieht, und mit Beginn der Blüte den Stickstoff zurücknehmen.
- In den letzten 1 bis 2 Wochen vor der Ernte nur noch mit klarem Wasser spülen.
Häufige Fehler
- Zu früh düngen: Keimlinge in vorgedüngter Erde brauchen die ersten Wochen keinen Zusatz, sonst verbrennen die zarten Wurzeln.
- Überdüngung: Verbrannte, braune Blattspitzen sind das klassische Zeichen. Mehr Dünger bringt keinen Mehrertrag.
- pH-Wert ignoriert: Bei falschem pH kann die Wurzel Nährstoffe nicht aufnehmen, obwohl sie im Wasser sind, das sieht dann aus wie ein Mangel.
- Stickstoff in der Blüte: Zu viel N spät in der Blüte kostet Aroma und lässt die Knospen locker bleiben.
- Spülen vergessen: Ohne die letzte Wasserphase bleibt ein Nährstoff-Beigeschmack im Erntegut.
Pro Tipp
Führe ein kleines Grow-Tagebuch. Notiere Datum, Dosis und pH-Wert bei jeder Düngung. So erkennst du beim nächsten Durchgang sofort, ab welcher Woche deine Sorte mehr wollte und wann sie zu kippen begann. Zwei, drei Zeilen pro Gießen sparen dir später viel Rätselraten.
Was du brauchst
Premium Canna Erde 4K
Professionelle 4-Komponenten-Anzuchterde für Hanf mit optimalem pH-Wert. Trägt die Sämlinge sicher durch die ersten Wochen.
NPK 10-10-10 (1 Liter)
Ausgewogenes Flüssigkonzentrat mit Kelp und Eisenchelat. Ein Liter ergibt rund 250 Liter Gießwasser, ideal als Basisdünger.
NPK 10-10-10 (500 ml)
Dieselbe Rezeptur in der kleineren Flasche für 125 Liter Gießwasser. Perfekt zum Einsteigen und für einzelne Pflanzen.
Alles rund um Substrat, Dünger und Zubehör für den Eigenanbau findest du gebündelt in unserem Bereich Alles für Cannabis.
Häufige Fragen zum Cannabis düngen
Wann sollte ich mit dem Düngen anfangen?
Erst nach den ersten 2 bis 3 Wochen. Eine vorgedüngte Anzuchterde versorgt die Keimlinge in dieser Zeit ausreichend. Beginne mit dem Zudüngen, wenn das dritte oder vierte Blattpaar steht, und immer mit halber Dosis.
Welcher NPK-Wert ist der richtige?
Im Wachstum darf Stickstoff dominieren, in der Blüte Phosphor und Kalium. Ein ausgewogener 10-10-10-Dünger deckt den Grundbedarf über die meisten Phasen ab. Du steuerst die Betonung dann über die Dosis und die Häufigkeit statt über ständig wechselnde Produkte.
Wie erkenne ich Überdüngung?
Typisch sind verbrannte, braune Blattspitzen und dunkelgrüne, nach unten gekrümmte Blätter, die klauenartig aussehen. In dem Fall setzt du eine Düngung aus und spülst das Substrat mit klarem Wasser durch.
Warum ist der pH-Wert so wichtig?
Bei falschem pH kann die Wurzel bestimmte Nährstoffe nicht aufnehmen, selbst wenn sie im Gießwasser vorhanden sind. Das sieht dann aus wie ein Mangel, obwohl genug gedüngt wurde. In Erde liegt der ideale Bereich bei 6,0 bis 6,5.
Was bedeutet Spülen vor der Ernte?
In den letzten 1 bis 2 Wochen gießt du nur noch mit klarem Wasser ohne Dünger. So verbraucht die Pflanze eingelagerte Nährsalze, und das Erntegut schmeckt am Ende sauberer.
Kann ich denselben Dünger für Wachstum und Blüte nutzen?
Ja. Ein ausgewogenes NPK-Konzentrat lässt sich über den ganzen Zyklus einsetzen. Du passt die Betonung über die Dosis an: im Wachstum großzügiger, in der Blüte sparsamer und mit Blick auf Phosphor und Kalium.